Die ersten großen Erfolge

 

1957 wurde die Sportbewegung in der DDR neu organisiert. Dabei wurde auch der Deutsche Turn- und Sportbundes (DTSB) gebildet. Als Ergebnis wurden die bestehenden Sportvereinigungen wieder aufgelöst, bis auf Dynamo und Vorwärts. In der Konferenz am 1. Dezember 1957 bestätigten die Delegierten den neuen Namen und das neue Emblem. Da der Trägerbetrieb und die angeschlossenen Betriebe dem Verkehrs- und Transportwesen angehörten, war der gewählte Name Verkehrs- und Transport-Betriebe (VTB) treffend.

 

Die Einführung des Wettbewerbs zwischen den Betriebssportgemeinschaften und den Sektionen innerhalb einer BSG ab 1958 sorgte für einen enormen Aufschwung der Sportarbeit: Von 1957 bis 1960 entstanden weitere Sektionen, so beispielsweise Gewichtheben und Federball. Andere setzten ihre durch die Auflösung unterbrochene Arbeit nach "Neugründung" erfolgreich fort. Darunter waren die Sektionen und Gymnastik. Die Mitgliederzahl stieg auf 750 im Jahre 1960 an, davon nicht weniger als die Hälfte im Kinder- und Jugendbereich. Bis 1979, dem Jahr des 30jährigen Bestehens der BSG, wuchs die Zahl der Sporttreibenden auf stattliche 1128. Die breitensportliche Arbeit und viele Wettkämpfe und Wettbewerbe sorgten dafür, dass sich die BSG VTB in der Stadt und darüber hinaus durch ihre Größe und beachtlichen sportlichen Erfolge einen Namen machte.

 

Dafür stehen Sportlerpersönlichkeiten wie:
Eberhard Rüger - DDR-Meister und Teilnehmer an Europameisterschaften im Eistanz (4. und 7. Platz), Ulli Stein - Teilnehmer an der Europameisterschaft im Eiskunstlauf in Schweden, Eberhard Hunger - mehrfacher DDR-Meister im Gewichtheben (1960) und Olympiakader für Tokio, Heinz Donner, Klaus Lorenz und Kurt Peter arbeiteten jahrelang als Fußballschiedsrichter in der Bezirksliga.

 

Diese Namen sollen hier nur beispielhaft für viele stehen, deren sportliches Wirken die Jahrzehnte über Akzente gesetzt haben und besonders beispielhaft Auswirkungen auf die Jugendsportarbeit hatten. Kinder und Jugendliche unserer BSG erfuhren viel Zuwendung und Förderung ihrer sportlichen Talente und eiferten den Großen in der Spardakiadebewegung mit außergewöhnlichen Erfolgen nach: auf ihr Konto gingen zwischen 1977 bis 1979 163 Gold-, 99 Silber- und 88 Bronzemedallien. Führend dabei war vor allem die Sektion Gewichtheben. Besonders eng gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Paten-Oberschule "Rudolf Harlaß", was der Nachwuchsarbeit neue Impulse brachte. Fast alle Kinder und Jugendlichen beteiligten sich an der Spartakiadebewegung, viele konnten für regelmäßige sportliche Betätigung in der BSG gewonnen werden. Die Fahne der BSG wurde zum VI. Turn- und Sportfest in Leipzig mit der Ehrenschleife des DTSB der DDR dekoriert. Damit erfuhr auch die ehrenamtliche Mitarbeit unserer VTB-Sportlerlnnen in Kommissionen und Leitungen des DTSB eine Würdigung. Auch bei DDR-Meisterschaften, der Friedensfahrt oder bei Ländervergleichswettkämpfen wurden unserer BSG Aufgaben übertragen. Sportfreundin Anett Höhnel (jetzt Wagner) und Sportfreund Münzer waren als Übungsleiter für den Übungsverband Karl-Marx-Stadt für die Vorbereitung und Durchführung des VII. Turn- und Sportfestes 1983 in Leipzig verantwortlich. Noch im gleichen Jahr war es Anett Höhnel, die mit den Sportfreundinnen Katrin Schmidt und Ute Winkler die Sektion Pop-Gymnastik im Verein gründete.

 

Über viele Jahre hinweg waren Verein und Vereinsleitung nicht nur mit Fragen der Organisation oder Reorganisation, Mitgliederbewegung und Sportorganisation und der Ausrichtung sportlicher Höhepunkte beschäftigt, sondern auch mit ganz bodenständigen Beschaffungsproblemen und der Erhaltung der Sportgeräte und Anlagen. Das erforderte auf Grund der materiellen Bedürfnisse für die Sportarbeit und nicht gerade üppiger Möglichkeiten oft Kompromisslösungen und viel persönlichen Einsatz und Beharrlichkeit der Sportfunktionäre. Die 1960 in einen Ratsbeschluss geänderte Sportstättenverordnung zur Übernahme der städtischen Sportanlagen durch die Betriebe bzw. Gemeinschaften machte einen Wechsel zur Sportstätte "Schönauer Höhe" erforderlich. Unbestritten konnte aber durch die Trägerschaft des damaligen VEB Nahverkehr so mancher Engpass beseitigt werden.

 

Aber auch durch viel Eigeninitiative wurde in den Folgejahren das Gebäude um einen Anbau ergänzt, die Sanitäranlagen modernisiert, die Rasenfläche neu angelegt und drei Tennisplätze geschaffen. Damit standen dem Vereinssport neue Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten zur Verfügung, die auch zur Belebung und Ausweitung der Nachwuchsarbeit führten. So wurden umliegende Schulen in die Patenarbeit einbezogen, denen im Gegenzug Nutzungsmöglichkeiten in den Sportstätten eingeräumt wurden. Entsprechende Vereinbarungen mit der Rudolf-Harlaß-Oberschule, der Arthur-Becker-Oberschule sowie der Makarenko-Oberschule wurden präzisiert und ermöglichten eine langfristig planbare und Erfolg versprechende Sportarbeit. Das Engagement vieler Sportfreunde für die Vorbereitung und inhaltliche Arbeit mit den Patenschaftsverträgen sicherte vielen Kindern und Jugendlichen eine große Vielfalt sportlicher Freizeitbetätigung, die von den Schulen allein so hätte nicht geleistet werden können: Udo Weißbach, Fred Klohn, Harry Wangler, Jürgen Ortel und Rosemarie Roßner sowie Ralph Künzel und Horst Günther haben sich auf diesem Gebiet bleibende Verdienste erworben und Maßstäbe gesetzt.

 

Nachdem das Wohnungsbauprogramm der DDR in den 70er und 80er Jahren zum enormen Anwachsen von Neubaugebieten geführt hatte, zogen auch viele Aktive unseres Vereins um, z. B. in das Wohngebiet "Fritz Heckert". Das Bedürfnis der Jugend, aktiv Sport zu treiben, belebte die Patenschaftsarbeit mit den dortigen Schulen und es entstanden viele Verbindungen. Nachwuchsgruppen wurden in den Sektionen Federball, Tischtennis, Kegeln und Turnen/Gymnastik ins Leben gerufen und arbeiten auch heute noch erfolgreich im Territorium. Die Vereinsmitglieder leisteten auf diesem Gebiet eine solide Arbeit und trugen darüber hinaus durch viel freiwillige ehrenamtliche Freizeitarbeit zur Neuschaffung bzw. Erhaltung von Werten bei. Der VEB Nahverkehr als Trägerbetrieb stellte für die BSG jährlich geplante Mittel zur Verfügung, die der Werterhaltung, Renovierung und Sanierung der Sportstätte zugute kamen. Nur wer die damals allgegenwärtige Knappheit an Baumaterialien und verfügbaren Kapazitäten kennt, kann ermessen, welch immense Bedeutung der Mitwirkung des Trägerbetriebes bei der Renovierung, Sanierung und endgültigen Fertigstellung z.B. der Rasenfläche und des Sanitätsgebäude auf dem Sportplatz "Schönauer Höhe" zukam. Dies ist nur ein Beispiel, wie aus dem Zusammenspiel von Trägerbetrieb und engagierten, uneigennützig tätigen Vereinsmitgliedern spürbare Fortschritte in der BSG möglich waren.