Stadtfarben stehen für Emblem und Kleidung

 

Nachweislich waren es die Fußballer, die sich unmittelbar nach dem Aufruf zur Gründung der Deutschen Sportbewegung 1948 um die Durchführung eines organisierten Spielbetriebes bemühten und am 1. September 1949 die erste Sparte gründeten. Sportinteressierte Beschäftigte der Kommunalen Wirtschafts- unternehmen (KWU), z.B. aus dem Schlachthof, der Brotunion, des Gas- und Energieversorgungsbetriebes und der Verkehrsbetriebe fanden sich zu Sportgemeinschaften mit verschiedenen Sparten zusammen. Bis November 1949 existierten bereits die Sparten Fußball, Kegeln, Leichtathletik, Tischtennis und Schwimmen, in denen 120 Jungen und Mädchen, Männer und Frauen trainierten.

 

Bild von der gesamten ManschaftIn einer Gründungsversammlung in der Gaststätte "Am Schlachthof" am 6. November 1949 erhielten diese den Namen Sportgemeinsehaft KWU. Als größten städtischen Betrieb wurde dem Verkehrsbetrieb die Leitung der Sportgemeinschaft übertragen, den Vorsitz übernahm Herr Otto. So erklärt sich auch der Sitz des Sportbüros im Bahnhof Kappel aus der betrieblichen Trägerschaft. Die Sportler bestimmten die Farben der Stadt Chemnitz, Blau und Gelb, zu Farben für Kleidung und Emblem der Sportgemeinschaft. Mit dem eigenen Sportplatz in Borna, der ehemaligen Bismarkkampfbahn und dem heutigen Max-Planck-Stadion, stieg stetig die Zahl der Mitglieder. Deshalb, und weil sowohl die 400m-Laufbahn als auch die beiden Spielplätze in einem durch Verwahrlosung während der Kriegsjahre kaum nutzbaren Zustand waren, stiegen die Anforderungen an die manschaft im SpielLeitung enorm an. Der Trägerbetrieb richtete daraufhin eine hauptamtlich geführte Stelle für den Organisations-Leiter ein, der gleichzeitig als stellvertretender Vorsitzender fungierte. Herr Walter Mühl, ein Triebwagenführer, Mitglied der Sparte Fußball, übernahm diese Aufgabe. Für die Instandhaltung der Sportstätten fühlten sich die Sportler selbst verantwortlich und leisteten viel ehrenamtliche Freizeitarbeit. Mit den intakten Sportstätten wuchs 1951 der Zulauf in die Sportgemeinschaft und neue Sportarten, u.a. , Rollkunstlauf, Billard und Tennis bildeten eigene Sparten.

 

FrauenmanschaftWegen der enormen finanziellen Sorgen, die das Wachsen der Sportgemeinschaft mit sich brachte, waren in diesen Jahren oft die finanzielle Selbstbeteiligung und das Improvisationstalent der Sportler und Betriebsangehörigen gefragt. Mitgliedsbeiträge und Zuführung durch betriebliche Spenden konnten den Bedarf für die Unterhaltung der Sportstätten, Anschaffung dringend benötigter Sportmaterialien und -kleidung und die Ausrichtung von Wettkämpfen nicht decken. Aus Fahnenstoff wurden in der Betriebsschneiderei Hemden und Hosen genäht, für Wege zu Wettkampfstätten wurden im Regelfall Fußmärsche oder Radtouren in Kauf genommen. Für Sportarten, die der Halle vorbehalten sind, mussten lange Zeit Provisorien herhalten, da Turnhallen zum Teil erheblich zerstört waren. Wir können mit Stolz sagen, dass diese ersten Jahre unseres Vereins von selbstlosem Einsatz der Sportler, Teamgeist und Veränderungswillen gekennzeichnet waren.